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Pflege: mehr Zeit am Menschen, weniger am Schreibtisch.

Ambulante Pflegedienste und Pflegeeinrichtungen dokumentieren unter Zeitdruck, planen Touren und Dienste, rechnen mit Kassen ab und gewinnen kaum noch Fachkräfte. Wir setzen dort an, wo die Verwaltung Pflegezeit frisst.

pflege: ein einsatz, viele schritte
planen        → touren, dienste, ausfälleversorgen     → grund- und behandlungspflegedokumentieren → sis, berichteblatt, wundverlaufnachweisen    → leistungsnachweis, verordnungabrechnen     → pflegekasse (sgb xi) · krankenkasse (sgb v)dazwischen    → telefon, fax, zettel ✕
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Zwischen Tour, Schicht und Schreibtisch

Ob ambulant oder stationär: Pflege findet am Menschen statt, und gleich danach am Formular. Jeder Einsatz wird geplant, dokumentiert, nachgewiesen und abgerechnet. Dazu kommen Absprachen mit Arztpraxen, Apotheken und Angehörigen, und das bei einem Fachkräftemangel, der Touren und Dienstpläne immer wieder durcheinanderbringt.

Ambulanter Pflegedienst
So sieht der Tag aus

Touren ab dem frühen Morgen, ein Einsatz nach dem anderen: Körperpflege, Medikamente, Verbandwechsel, Beratungsbesuche. Dazwischen Fahrt, Parkplatzsuche und Telefonate.

Was Zeit frisst

Leistungsnachweise, Berichte und Wunddokumentation entstehen unterwegs. Verordnungen müssen rechtzeitig verlängert werden, und jeder Ausfall wirft die Tourenplanung um.

Stationäre Pflegeeinrichtung
So sieht der Tag aus

Früh-, Spät- und Nachtdienst, Übergaben zwischen den Schichten, Visiten der Hausärztinnen und Hausärzte, Gespräche mit Angehörigen.

Was Zeit frisst

Dokumentation für viele Bewohnerinnen und Bewohner, Dienstpläne mit Lücken, dazu Rezepte und Befunde, die zwischen Heim, Praxis und Apotheke hin- und hergehen.

Gemeinsam ist beiden: Viel Verwaltungsarbeit entsteht, weil dieselbe Information mehrfach erfasst wird. Auf dem Zettel, in der Pflegesoftware, am Telefon und im Fax.

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Pflichten und Rahmen, vereinfacht

Was in der Pflege dokumentiert, nachgewiesen und abgerechnet wird, folgt festen Regeln. Die wichtigsten im Überblick:

Pflegedokumentation
Strukturmodell · SIS

Viele Einrichtungen dokumentieren nach dem Strukturmodell. Am Anfang steht die Strukturierte Informationssammlung (SIS): Was sagt die pflegebedürftige Person selbst, wie schätzt die Pflegefachkraft die Lage in sechs Themenfeldern ein, welche Risiken bestehen? Daraus folgen Maßnahmenplan, Berichteblatt und Evaluation. Im Bericht steht vor allem, was vom Plan abweicht.

Wundversorgung
Expertenstandard chronische Wunden

Der Expertenstandard des DNQP zur Pflege von Menschen mit chronischen Wunden beschreibt den fachlichen Stand: wundspezifische Einschätzung, Planung, Beratung zum Selbstmanagement und regelmäßige Evaluation. Belegen lässt sich das nur mit einer nachvollziehbaren Wunddokumentation, mit Maßen, Verlauf und Fotos.

Häusliche Krankenpflege
Verordnung · Genehmigung · §37 SGB V

Behandlungspflege wie Verbandwechsel, Injektionen oder Medikamentengabe wird ärztlich verordnet, auf dem Vordruck „Verordnung häuslicher Krankenpflege“ (Muster 12), und von der Krankenkasse genehmigt. Verordnungen müssen rechtzeitig vorliegen und rechtzeitig verlängert werden.

Leistungsnachweis
Je Einsatz · gegengezeichnet

Was bei einem Einsatz erbracht wurde, wird festgehalten und von der pflegebedürftigen Person oder ihren Angehörigen bestätigt. Der Nachweis ist die Grundlage der Abrechnung.

Abrechnung SGB XI
Pflegekasse · DTA nach §105 SGB XI

Pflegesachleistungen, Entlastungsbetrag und Beratungsbesuche nach Pflegegrad, dazu Eigenanteile, die privat abgerechnet werden. In der stationären Pflege über Pflegesätze und Heimentgelt.

Abrechnung SGB V
Krankenkasse · DTA nach §302 SGB V

Behandlungspflege aus der häuslichen Krankenpflege, im vorgeschriebenen Datenaustausch direkt mit der Krankenkasse oder über ein Abrechnungszentrum.

Qualitätsprüfung
Medizinischer Dienst · PKV-Prüfdienst

Regelmäßige Prüfungen von Versorgung und Dokumentation. In der stationären Pflege erheben die Einrichtungen zusätzlich Qualitätsindikatoren, die extern ausgewertet werden.

Telematikinfrastruktur
KIM · ePA · E-Rezept

Die Anbindung an die TI ist inzwischen auch für Pflegeeinrichtungen Pflicht. Über KIM lassen sich Nachrichten und Dokumente sicher mit Praxen und Kliniken austauschen, die elektronische Patientenakte bündelt Befunde und Medikationsdaten.

Datenschutz
Art. 9 DSGVO · Schweigepflicht

Pflegedokumentation, Wundbilder und Diktate sind Gesundheitsdaten. Rechtsgrundlage, Zugriffsrechte, Auftragsverarbeitung und Löschfristen müssen geregelt sein.

Vereinfacht dargestellt, ersetzt keine Einzelfallprüfung. Was im Detail gilt, regeln Gesetze, Richtlinien, Rahmenverträge und das jeweilige Landesrecht.

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Wo es hakt

Doppelt dokumentiert

Notizen auf dem Zettel im Auto, abends abgetippt in die Pflegesoftware. Was zweimal geschrieben wird, kostet doppelt Zeit und wird dadurch nicht genauer.

Verordnungen und Nachweise

Folgeverordnungen anfragen, abholen, einreichen, nachfassen. Fehlt eine Unterschrift oder läuft eine Genehmigung aus, fällt das oft erst bei der Abrechnung auf.

Telefon und Fax mit Praxen

Rückfragen zur Medikation, Wundbilder, Befunde: Vieles läuft noch über Telefon und Fax, mit Warteschleifen auf beiden Seiten.

Angehörige auf dem Laufenden

Wie geht es, was hat sich geändert, wann kommt die Pflege? Ohne festen Kanal landet jede Frage als Anruf im Büro oder bei der Pflegekraft auf Tour.

Touren und Dienste umplanen

Eine Krankmeldung am Morgen, und Touren oder Schichten müssen neu verteilt werden. Wer das im Kopf oder in Tabellen löst, verliert Zeit und Überblick.

Fachkräfte finden und halten

Stellen bleiben lange offen, Bewerbungen bleiben liegen, und für die Einarbeitung neuer Kolleginnen und Kollegen fehlt im Alltag die Zeit.

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Ein Vormittag auf Tour

Wie viel einer Tour ist Pflege, wie viel Dokumentation und Organisation? Die Beispieltour ist fiktiv, die Minuten sind Platzhalter. Setzen Sie Ihre eigenen Werte ein: je Stopp die Doku-Minuten, dazu Ihre Annahme, um wie viel Diktat und digitale Dokumentation diesen Anteil verkürzen.

Interaktiv · Tourenplanung
06:00Tour abspielen, Zeitleiste ziehen, Doku-Minuten je Stopp anpassen.
Stationab 06:00Fr. A.06:19Hr. B.07:02Fr. C.07:31Hr. D.08:27Fam. E.09:21Fr. F.10:25Hr. G.11:141234567
Stopps · BeispielwerteDoku-Min. ±
  1. 10′
  2. 6′
  3. 5′
  4. 18′
  5. 9′
  6. 12′
  7. 15′
  8. 14′
  9. 20′
Zeitleiste · ziehenPflegezeitDoku & OrgaFahrt
HeuteEnde 12:24
Mit DiktatEnde 12:24

Beispielwert 30 %, kein Messwert. Stellen Sie ein, was Sie für Ihren Dienst erwarten.

Ergebnis Ihrer Annahmen
Tour endet 12:24
Doku & Orga 1:49 h · Pflege bleibt 3:22 h

Schalten Sie Diktat & digitale Doku zu, um Ihre Annahme durchzurechnen.

Beispieltour, fiktiv · Zeiten sind Ihre Annahmen · keine Mess- oder Erfahrungswerte

Diktat heißt hier: Die Pflegekraft spricht ihren Bericht, das System macht daraus einen strukturierten Entwurf, den sie prüft und freigibt. Die fachliche Verantwortung bleibt bei ihr. Was die gewonnene Zeit wert ist, entscheidet sich im Alltag: mehr Ruhe beim Einsatz, Puffer für den Notfall, ein pünktlicher Feierabend. Wie viel es bei Ihnen tatsächlich ist, zeigt erst die Analyse Ihrer Abläufe.

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Von der Verordnung bis zum Zahlungseingang

Am Beispiel der häuslichen Krankenpflege: Ein Verbandwechsel durchläuft sechs Stationen, bevor er bezahlt ist. An jeder kann etwas liegen bleiben.

  1. 01

    Verordnung

    Die Hausarztpraxis verordnet häusliche Krankenpflege, etwa einen Verbandwechsel. Die Verordnung kommt heute oft noch auf Papier oder per Fax.

  2. 02

    Genehmigung

    Die Verordnung geht an die Krankenkasse, die über die Genehmigung entscheidet. Fristen und Folgeverordnungen müssen im Blick bleiben.

  3. 03

    Einsatz und Doku

    Der Einsatz wird geplant, durchgeführt und dokumentiert, bei Wunden mit Verlauf, Maßen und Foto nach Expertenstandard.

  4. 04

    Nachweis

    Der Leistungsnachweis wird abgezeichnet und gegengezeichnet. Fehlt etwas, fehlt später die Grundlage für die Abrechnung.

  5. 05

    Abrechnung

    Behandlungspflege geht an die Krankenkasse, Pflegeleistungen gehen an die Pflegekasse, jeweils im vorgeschriebenen Datenaustausch.

  6. 06

    Rückläufer

    Kürzungen und Absetzungen prüfen, fehlende Unterlagen nachreichen und, wo es begründet ist, widersprechen.

Welche Kasse zahlt, hängt an der Leistung, nicht am Einsatz. Probieren Sie es aus:

Interaktiv · Kostenträger
Leistungsnachweis, eine Woche bei Frau F. Kreuzen Sie je Zeile an, wer die Leistung bezahlt, dann auflösen.
Leistung
Pflege­kasseSGB XI
Kranken­kasseSGB V
Körperpflege am MorgenWaschen, Anziehen, Mobilisation
Verbandwechselärztlich verordnet, chronische Wunde
Insulin spritzenärztlich verordnet
Einkaufen, Wohnung reinigenHilfe bei der Haushaltsführung
Kompressionsstrümpfe anziehenärztlich verordnet
Beratungsbesuchbei Bezug von Pflegegeld
Medikamente verabreichenärztlich verordnet
Betreuung am NachmittagAngebot zur Unterstützung im Alltag
0 von 8 zugeordnet
0DTA §105 SGB XI
0DTA §302 SGB V

Oft enthält ein einziger Einsatz Leistungen für beide Kassen. Sie werden getrennt nachgewiesen und getrennt abgerechnet.

Fiktive Woche, typische Fälle ambulant · vereinfacht, ersetzt keine Einzelfallprüfung

In stationären Einrichtungen sieht der Weg anders aus: Die medizinische Behandlungspflege ist dort in der Regel mit den Leistungen der Pflegeversicherung abgegolten, abgerechnet wird über Pflegesätze und Heimentgelt. Der Austausch mit Praxen und Apotheken über Rezepte, Befunde und Medikationspläne bleibt aber dieselbe Baustelle.

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Austausch mit Praxis, Angehörigen und Team

Pflege ist Teamarbeit über Einrichtungsgrenzen hinweg. Je mehr davon über Telefon, Fax und Zettel läuft, desto mehr Zeit bindet sie.

Arztpraxen

Rückfragen zur Medikation, neue Verordnungen, Wundbilder für die Therapieentscheidung. Über KIM geht das sicher und ohne Fax, wenn die Abläufe dafür eingerichtet sind.

Angehörige

Ein fester Kanal und vorbereitete Antworten entlasten Büro und Tour. Was weitergegeben wird, bestimmt die pflegebedürftige Person: Schweigepflicht und Einwilligung gelten auch hier.

Apotheken und Kliniken

E-Rezepte, Medikationspläne, Entlassbriefe nach einem Klinikaufenthalt: Informationen, die heute oft von Hand übertragen werden, bevor sie in der Pflegeplanung ankommen.

Im eigenen Team

Übergaben zwischen Touren und Schichten, kurzfristige Ausfälle, getauschte Dienste. Je kürzer der Weg einer Information, desto weniger Anrufe am frühen Morgen.

Für KIM, die elektronische Patientenakte und das E-Rezept nutzen wir die TI-Anbindung, die Ihre Pflegesoftware mitbringt, statt eine eigene daneben zu bauen. Automatisiert wird, was heute noch von Hand dazwischen passiert.

07

Wo die Module ansetzen

08

So gehen wir in der Pflege vor

01 · ANALYSIEREN

Wir begleiten eine Tour oder eine Schicht und nehmen auf, was dabei anfällt: Pflegesoftware, Formulare, Zettel, Telefonate, Fax. So wird sichtbar, wo Doku- und Orga-Minuten wirklich entstehen.

02 · MIGRIEREN

Was sinnvoll ist, zieht schrittweise in eine Cloud-Lösung in europäischen Rechenzentren, etwa Wundbilder, Verordnungen und Nachweise. Nur mit dem Einverständnis und der Akzeptanz Ihres Teams; Ihre Pflegesoftware bleibt.

03 · KI GEZIELT INTEGRIEREN

Dann setzen wir KI dort ein, wo sie entlastet: Diktat statt Tippen, vorbereitete Berichte, Erinnerungen an auslaufende Verordnungen. Die Pflegefachkraft prüft und entscheidet.

Mehr zu unserem Vorgehen

09

Häufige Fragen

Ersetzt WUNDigital unsere Pflegesoftware?

Nein. Ihre Pflege- und Abrechnungssoftware bleibt. Wir bauen um sie herum: Schnittstellen, Automatisierung und KI-Funktionen dort, wo heute Papier, Fax oder doppelte Eingaben im Spiel sind.

Wer ist verantwortlich, wenn die KI den Bericht vorschreibt?

Die Pflegefachkraft. Diktat und KI liefern einen Entwurf, geprüft und freigegeben wird von Menschen. Die Dokumentation bleibt fachlich in Ihrer Verantwortung, und genau so richten wir die Abläufe ein.

Passt das zum Strukturmodell?

Das Strukturmodell zielt auf weniger Schreibarbeit und mehr fachliche Einschätzung. Wenn Diktate strukturiert dort landen, wo sie hingehören, etwa im Berichteblatt oder in der Wunddokumentation, unterstützt das diesen Gedanken, statt ein weiteres Formular hinzuzufügen.

Wir sind an die TI angebunden. Was bringt uns das konkret?

Die Anbindung allein spart noch keine Zeit. Sie wird wertvoll, wenn KIM-Nachrichten, Verordnungen und Befunde nicht mehr von Hand übertragen werden müssen. Wir nutzen die TI-Anbindung Ihrer Software und automatisieren, was heute dazwischen passiert.

Wie steht es um den Datenschutz bei Wundbildern und Diktaten?

Es sind Gesundheitsdaten nach Art. 9 DSGVO. Betrieb in europäischen Rechenzentren oder bei Ihnen vor Ort, Verträge zur Auftragsverarbeitung, Rollen und Löschfristen gehören bei uns von Anfang an dazu.

Unser Team ist skeptisch. Wie gehen Sie damit um?

Wir gehen nur so schnell, wie Ihr Team mitgeht. Neue Abläufe werden am echten Fall ausprobiert, bevor etwas umgestellt wird, und wir schulen im Team. Was im Alltag nicht passt, bessern wir nach.

Sie leiten einen Pflegedienst oder eine Einrichtung und erkennen Ihren Alltag wieder? Erstgespräch vereinbaren

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