Ist unsere Wunddokumentation wirklich so gut, wie wir glauben? Prüfen Sie eine Stichprobe fiktiver Akten gegen klare Kriterien, sehen Sie, wo es im Team hakt, und leiten Sie daraus genau eine Maßnahme ab.
stichprobe → akten zufällig ziehen · gleiche regel jedes malprüfen → neun kriterien · erfüllt / fehltauswerten → erfüllung je kriterium · team, nicht personschwächstes → das kriterium mit dem niedrigsten wertmaßnahme → genau eine · verantwortlich · terminre-audit → neue stichprobe · gleiche kriterien
Fragt man ein Team, wie gut seine Wunddokumentation ist, lautet die Antwort meist: „Eigentlich gut.“ Das ist selten falsch und selten genau. Ein internes Audit ersetzt den Eindruck durch eine kleine, ehrliche Messung.
Wer an die Wunddokumentation denkt, denkt an die Fälle, die er selbst gut kennt. Die Lücken stecken in den Akten, die niemand gezielt ansieht.
Ob die Größe mit Datum gemessen wurde, merkt man oft erst bei der Rückfrage der Ärztin, beim Verordnungswechsel oder in einer Prüfung.
Ohne vereinbarte Kriterien bewertet jede Pflegefachkraft dieselbe Akte ein wenig anders. Ein Vergleich über die Zeit wird so unmöglich.
Nach einer Besprechung stehen sieben gute Ideen auf dem Flipchart. Umgesetzt wird keine richtig, und niemand weiß, was gewirkt hat.
Die Übersicht ist bewusst vereinfacht und ersetzt keine Einzelfallprüfung.
Pflegeeinrichtungen und Praxen sind verpflichtet, ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement zu betreiben. Interne Audits sind ein übliches Werkzeug darin: prüfen, auswerten, verbessern, erneut prüfen.
Der Expertenstandard des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege beschreibt ein Qualitätsniveau für die Versorgung chronischer Wunden, einschließlich Einschätzung, Dokumentation und Edukation. Ihre Kriterien leiten Sie aus Ihrer eigenen Verfahrensanweisung ab.
Wer Akten prüft, sieht Gesundheitsdaten. Prüfen dürfen Berechtigte im Rahmen des QM; die Auswertung kommt ohne Namen aus. Für Wundfotos gilt, was Ihre Einwilligungs- und Fotoregeln festlegen.
Das Audit bewertet die Dokumentation des Teams, nicht einzelne Personen. Ergebnisse je Mitarbeiterin gehören nicht in die Auswertung.
Wie Sie Verfahrensanweisungen mit Version und Lesebestätigung führen, zeigt das QM-Handbuch. Das Audit prüft, ob die Regeln in der Akte ankommen.
Ein fiktiver ambulanter Pflegedienst zieht sechs Wundakten. Öffnen Sie jede Akte, lesen Sie den Auszug und haken Sie ab, welche Kriterien belegt sind. Das Heat-Grid füllt sich mit. Eilig? „Schnell auswerten“ setzt die Musterlösung ein.
Öffnen Sie eine Akte und haken Sie ab, was belegt ist.
| Akte | AN | LO | GR | FO | EX | SC | TH | EV | ED |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| offen | offen | offen | offen | offen | offen | offen | offen | offen | |
| offen | offen | offen | offen | offen | offen | offen | offen | offen | |
| offen | offen | offen | offen | offen | offen | offen | offen | offen | |
| offen | offen | offen | offen | offen | offen | offen | offen | offen | |
| offen | offen | offen | offen | offen | offen | offen | offen | offen | |
| offen | offen | offen | offen | offen | offen | offen | offen | offen |
Das Grid zeigt das Team, nicht die einzelne Akte. Wie vollständig eine einzelne Dokumentation ist, prüfen Sie mit dem Radar im Leitfaden Wunddokumentation. Hier geht es um das Muster über viele Akten.
Ein Audit ist nur so gut wie seine Kriterien. Jedes muss sich mit „erfüllt“ oder „fehlt“ beantworten lassen, ohne Diskussion. Leiten Sie die Liste aus Ihrer Verfahrensanweisung ab und schreiben Sie dazu, was als erfüllt gilt.
Ohne Ursache keine ursachengerechte Therapie.
„Bein“ reicht nicht, wenn es zwei Wunden gibt.
Nur so wird ein Verlauf sichtbar.
Ein Foto ohne Maßstab zeigt keine Größe.
Hier zeigen sich Infektzeichen und Mazeration.
Fehlt oft, weil es kein eigenes Feld dafür gibt.
Damit jede Kollegin gleich versorgt.
Ein Plan ohne Termin ist keine Evaluation.
Selbstmanagement gehört zur Versorgung.
Für das Kriterium Foto lohnt ein eigener Blick: Maßstab, Licht, Winkel und Einwilligung. Das übt der Leitfaden Wundfotografie.
Akten zufällig auswählen, etwa per Los aus der Liste aller laufenden Wundversorgungen. Die Regel notieren, damit das Re-Audit gleich zieht.
Jede Akte gegen alle Kriterien, im Zweifel zu zweit. Dann die Erfüllung je Kriterium: Wie viele Akten erfüllen es?
Das schwächste Kriterium bekommt genau eine Maßnahme mit Verantwortung und Termin. Nach einigen Wochen eine neue Stichprobe, gleiche Kriterien.
Wir bauen kein zweites System neben Ihre Pflege- oder Praxissoftware. Wir sorgen dafür, dass die Daten für das Audit dort entstehen, wo Ihr Team ohnehin dokumentiert, und dass die Auswertung ohne Abtippen auskommt.
Wir sehen uns Ihre Wunddokumentation an: welche Felder es gibt, was im Freitext steht, wie sich eine Stichprobe ziehen lässt. Daraus entsteht mit Ihnen die Kriterienliste.
Wo nötig, ziehen Formulare und Auswertung schrittweise in die EU-Cloud, mit dem Einverständnis und der Akzeptanz Ihrer Mitarbeitenden. Ihre Pflegesoftware bleibt; wir ergänzen nur, was fehlt.
Dann erst KI: als Vorprüfung, die leere Felder und fehlende Messdaten markiert. Bewertung, Maßnahme und Re-Audit bleiben beim Team.
Eine feste Zahl gibt es nicht. Wichtig ist, dass die Akten zufällig gezogen werden und beim Re-Audit nach demselben Verfahren. Wer statistisch belastbare Aussagen braucht, legt die Größe mit seiner QM-Beauftragung fest. Für den Einstieg reicht oft eine kleine Stichprobe je Bereich.
Am besten zwei Personen, die nicht die eigenen Akten prüfen, etwa eine Wundexpertin und die QM-Beauftragte. Unklare Fälle besprechen sie gemeinsam. So schärfen sich die Kriterien mit jedem Audit.
Weil man sonst nicht weiß, was gewirkt hat. Eine Maßnahme, ein Kriterium, ein Termin für das Re-Audit. Die übrigen Ideen kommen auf die Liste für die nächste Runde.
Ja. Wir ersetzen Ihre Software nicht. Wir prüfen, welche Felder sie hat, ob sich eine Stichprobe ziehen und auswerten lässt, und ergänzen nur, was fehlt, etwa ein Pflichtfeld oder eine Erinnerung.
Sie kann vorbereiten: Akten auf leere Felder oder fehlende Messdaten prüfen und Auffälligkeiten markieren. Bewerten, entscheiden und die Maßnahme festlegen bleibt beim Team. Freitext wie „Wunde kleiner“ beurteilt ein Mensch.
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