// Werkzeug · Digitaler Reifegrad

Wo steht Ihre Einrichtung digital, und was kommt als Nächstes?

Zwölf Fragen in sechs Bereichen, von der Dokumentation bis zur Teamkultur. Sie sehen Ihr Profil, setzen Ihr Ziel und bekommen für jede Lücke den passenden nächsten Schritt. Alles bleibt in Ihrem Browser.

reifegrad: vier stufen, sechs bereiche
stufe 0 → papier, ordner, faxstufe 1 → teils digital, viel abtippenstufe 2 → digital, aber insellösungenstufe 3 → vernetzt, menschen entscheidenziel    → die nächste stufe, nicht überall die 3
01

Warum eine Selbsteinschätzung

Ob Pflegedienst, Arztpraxis, Klinik oder Homecare-Versorger: Fast jede Einrichtung ist an manchen Stellen schon digital und an anderen noch auf Papier. Die Abrechnung läuft vielleicht elektronisch, während Befunde per Fax kommen; die Dienstplanung steckt in einer Software, Tauschwünsche gehen trotzdem über das Telefon. Ein einziger Wert für „die Digitalisierung“ beschreibt das nicht.

Deshalb schauen wir auf sechs Bereiche getrennt. Das Ergebnis ist kein Zeugnis, sondern ein Profil: Wo stehen Sie, wo wollen Sie hin, und was ist der nächste sinnvolle Schritt? Am meisten bringt es, wenn Sie die Fragen zu zweit oder zu dritt beantworten, etwa Leitung, jemand aus der Versorgung und jemand aus der Verwaltung. Wo Sie sich uneinig sind, liegt oft die interessanteste Erkenntnis.

Eine Selbsteinschätzung, kein Audit und kein Vergleich mit anderen. Ihre Antworten bleiben in Ihrem Browser.

02

Die vier Stufen

Jede Frage hat vier Antworten, und jede Antwort entspricht einer Stufe. So sehen die Stufen im Alltag aus:

STUFE 0
Papier

Formulare, Ordner, Fax und Telefon tragen den Ablauf. Das ist kein Versagen: Papier ist robust und jeder kann es. Aber nichts lässt sich durchsuchen, teilen oder auswerten.

Beispiel · Pflegedienst

Leistungsnachweise wandern in Mappen ins Büro und werden zum Monatsende abgetippt.

STUFE 1
Teilweise digital

Einiges läuft am Rechner, oft in Tabellen und Textdateien. Vieles wird trotzdem übertragen, ausgedruckt und wieder eingescannt.

Beispiel · Arztpraxis

Befunde kommen digital an, werden für die Akte ausgedruckt und Rückfragen laufen per Fax.

STUFE 2
Digital, aber Insellösungen

Für jeden Bereich gibt es eine Software, aber die Systeme sprechen nicht miteinander. Dieselben Daten werden mehrfach eingegeben, Übergänge laufen von Hand.

Beispiel · Klinik

Station und Entlassmanagement arbeiten digital, der Überleitungsbogen an den Pflegedienst geht trotzdem per Fax.

STUFE 3
Vernetzt & automatisiert

Daten fließen über Schnittstellen dorthin, wo sie gebraucht werden. Routinen laufen von selbst, Auffälligkeiten werden markiert, Menschen entscheiden.

Beispiel · Homecare

Verordnung, Genehmigung, Lieferung und Abrechnung hängen an einem Vorgang, den alle Beteiligten sehen.

Stufe 2 ist kein Makel, sondern eine normale Zwischenstation: Die Software ist da, jetzt fehlen die Verbindungen. Genau dort entsteht im Alltag die meiste Doppelarbeit.

03

Ihr Reifegrad-Profil

Zwölf Fragen, zwei je Bereich. Das Netz verändert sich mit jeder Antwort. Danach setzen Sie Ihr Ziel für die nächsten zwölf Monate: Ziehen Sie die Punkte nach außen, und aus der Lücke entsteht eine geordnete Liste nächster Schritte. Mit der Tastatur geht alles auch: 1 bis 4 zum Antworten, Pfeiltasten zum Blättern und zum Verschieben eines fokussierten Punkts.

Interaktiv · Reifegrad
Ist Ziel■ Fundament
123Dokumentation: noch offen; Abrechnung: noch offen; Personal & Organisation: noch offen; Kommunikation & Schnittstellen: noch offen; Daten & Sicherheit: noch offen; Team & Kultur: noch offen. Stufen: 0 Papier, 1 Teilweise digital, 2 Digital, aber Insellösungen, 3 Vernetzt & automatisiert.
FRAGE 01 / 12Dokumentation

Wie entsteht die Dokumentation am Menschen, etwa Pflegebericht, Wundverlauf oder Befund?

ÜBERSICHT0 / 12 beantwortet
GESAMTBILD · 0/12

Beantworten Sie alle zwölf Fragen, dann erscheint Ihr Gesamtbild. Eine Selbsteinschätzung, kein Test: Es gibt keine falschen Antworten.

Selbsteinschätzung · kein Vergleich mit anderen · gespeichert nur in diesem Browser

Die mit ■ markierten Bereiche sind das Fundament. Liegen sie weit zurück, stehen sie in Ihren nächsten Schritten vorn, egal wie groß die Lücke anderswo ist.

04

Reifegrad ist kein Wettrennen

Mehr Technik ist nicht automatisch besser. Jede Stufe hat ihren Aufwand, ihre Risiken und ihren Nutzen, und nicht jeder Ablauf muss ganz oben ankommen. Spielen Sie es an drei Alltagsbeispielen durch:

Interaktiv · Stufen
  1. Foto mit dem Diensthandy
  2. VON HANDAusdruck
  3. VON HANDFax an die Praxis
  4. VON HANDPapierakte

Das Foto entsteht, in der Praxis kommt ein graues Fax an. Die Bildqualität ist verloren, das Original bleibt auf dem Handy.

Für die nächste Stufe braucht es: Ein Ort für Fotos, der nicht das Handy ist.

Aufwand im Alltag
hoch
Fehler- & Datenrisiko
hoch
Übergaben
3 von Hand

Kein Wettrennen. Sicher ist Pflicht, vernetzt ist Kür: Stufe 2 schließt die Datenschutzlücke, Stufe 3 spart vor allem Handgriffe.

Vereinfachte Beispiele · keine Messwerte · jede Einrichtung ist anders

Wichtiger als die höchste Stufe ist die richtige Reihenfolge. Wer von Papier direkt zur Vollautomatisierung springt, überfordert Team und Technik. Ein Bereich, der in zwölf Monaten eine Stufe weiterkommt und dort bleibt, ist ein echter Fortschritt.

05

Wo anfangen?

Die nächsten Schritte im Profil folgen einer einfachen Regel. Sie gilt auch ohne Profil:

  1. 01

    Fundament: Daten & Sicherheit

    Persönliche Zugänge, geregelte Rechte, getestete Sicherungen. Unspektakulär, aber es trägt alles, was danach kommt. Wer auf wackligem Grund vernetzt, vernetzt auch die Risiken.

  2. 02

    Fundament: das Team

    Ein neuer Ablauf setzt sich nur durch, wenn die Menschen ihn wollen. Binden Sie Ihr Team ein, bevor etwas umzieht, nicht danach.

  3. 03

    Dann: der Ablauf, der am meisten schmerzt

    Der Prozess, über den im Team am meisten geklagt wird. Dort ist der Nutzen sofort spürbar, und Akzeptanz entsteht fast von selbst.

Mehr zum Fundament steht in den Leitfäden Sicherheit & Datenschutz und Team mitnehmen.

06

Was von außen dazukommt

Der Reifegrad ist Ihre Entscheidung, manche Anforderungen sind es nicht. Diese Entwicklungen betreffen das Gesundheitswesen unabhängig davon, wo Sie stehen. Vereinfacht dargestellt, ersetzt keine Einzelfallprüfung:

Datenschutz
DSGVO, auf jeder Stufe

Gesundheitsdaten gehören zu den besonders geschützten Daten. Das gilt für den Papierordner genauso wie für die Cloud: Rechtsgrundlage, Zugriffe und Löschfristen müssen geregelt sein.

Telematikinfrastruktur
TI und KIM

Praxen, Apotheken und Kliniken sind angebunden, die Pflege folgt schrittweise. KIM ist der sichere Nachrichtendienst der TI, über den Befunde und Dokumente zwischen den Beteiligten gehen können.

E-Rezept und ePA
Schrittweise im Alltag

Das E-Rezept ist für Arzneimittel in der gesetzlichen Versicherung Standard, weitere Verordnungsarten folgen schrittweise. Die elektronische Patientenakte bekommen gesetzlich Versicherte, sofern sie nicht widersprechen.

Abrechnung
Elektronischer Datenaustausch

Viele Leistungserbringer rechnen mit den Kranken- und Pflegekassen bereits elektronisch ab. Wo Leistungen noch auf Papier entstehen, wird dazwischen abgetippt.

KI
EU AI Act

Wer KI einsetzt, muss Maßnahmen ergreifen, um die KI-Kompetenz der Mitarbeitenden zu fördern. Weitere Pflichten richten sich nach der Risikoklasse des Systems.

07

Wo die Module ansetzen

08

So gehen wir vor

01 · ANALYSIEREN

Ihr Profil ist der Startpunkt. Wir prüfen es im Alltag: Wir nehmen Ihre bestehenden Systeme auf, begleiten Ihr Team einen Arbeitstag lang und sehen, wo zwischen den Stufen Zeit verloren geht.

02 · MIGRIEREN

Dann geht es Stufe für Stufe weiter: Daten und Abläufe ziehen schrittweise in Cloud-Lösungen in europäischen Rechenzentren, nur mit dem Einverständnis und der Akzeptanz Ihrer Mitarbeitenden.

03 · KI GEZIELT INTEGRIEREN

Erst wenn das Fundament steht und die Systeme verbunden sind, setzen wir KI ein, gezielt dort, wo sie in Ihre bestehenden Strukturen passt. Entschieden wird weiterhin von Menschen.

Ihre Praxis-, Pflege- oder Branchensoftware bleibt dabei, wir bauen um sie herum. Mehr zu unserem Vorgehen

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Häufige Fragen

Ist das ein offizielles Reifegradmodell?

Nein. Es ist eine vereinfachte Selbsteinschätzung für den Einstieg, gedacht als Gesprächsgrundlage im Team. Es vergibt keine Punkte im Vergleich zu anderen Einrichtungen. Für Krankenhäuser gibt es seit dem Krankenhauszukunftsgesetz eine eigene, wissenschaftlich begleitete Messung des digitalen Reifegrads; dieses Profil ersetzt sie nicht.

Werden meine Antworten gespeichert oder an Sie übertragen?

Ihre Antworten und Ziele liegen nur im lokalen Speicher Ihres Browsers. Nichts geht an uns oder an Dritte. „Neu starten“ löscht alles. Wenn Sie Ihr Profil teilen möchten, erzeugt der Button am Ende eine E-Mail, die Sie selbst prüfen und absenden.

Muss jeder Bereich auf Stufe 3?

Nein. Für manche Abläufe ist eine gut gepflegte Insellösung völlig ausreichend, für andere, etwa die Abrechnung, lohnt sich die Vernetzung schnell. Entscheidend ist, dass das Fundament steht und die Stufe zum Ablauf passt.

Warum zählen Sicherheit und Team als Fundament?

Weil alles andere darauf aufbaut. Vernetzte Systeme ohne geregelte Zugriffe vergrößern das Risiko, und neue Abläufe ohne Akzeptanz werden umgangen. Deshalb rücken diese beiden Bereiche in den nächsten Schritten nach vorn, wenn sie weit zurückliegen.

Wir haben schon eine Praxis- oder Pflegesoftware. Wird die ersetzt?

Nein. Der Sprung von Stufe 2 auf 3 heißt meist: bestehende Systeme verbinden, nicht austauschen. Wir bauen Schnittstellen und Automatisierung um Ihre Software herum.

Wie oft sollten wir die Einschätzung wiederholen?

Wenn sich etwas Größeres geändert hat, etwa nach einer Migration, oder einmal im Jahr. Verglichen wird nur mit Ihrem eigenen früheren Profil.

Sie haben Ihr Profil und möchten wissen, wie der erste Schritt bei Ihnen aussieht? Erstgespräch vereinbaren

STAND: OKTOBER 2026DOCS-START← ZUR STARTSEITE